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Semperoper und Staatskapelle: Wie weiter?

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Liebe Leserinnen und Leser,
Provozierender Paukenschlag? Oder nur Personalwechsel? Was die Nichtvertragsverlängerung des Freistaates Sachsen mit Christian Thielemann angeht, gibt es sehr viele und nicht nur diese beiden Sichtweisen. Fest steht: Zum Ende der Spielzeit 2023/24 endet die in künstlerischer Hinsicht Glanzpunkte aufweisende Ära Thielemann als Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Zumindest nach Ansicht der sächsischen Kulturministerin. Für die Zeit danach wird nicht nur für die Staatskapelle ein Thielemann-Nachfolger gesucht, sondern auch noch ein neuer Intendant für die Sächsische Staatsoper gleich mit.
Kaum war die von Kulturministerin Barbara Klepsch per Pressemitteilung bekanntgegebene Nachricht in der Welt, schon begannen hitzige Diskussionen in Kulturszene und Publikum. Die Urteile reichen von “Affront” bis “richtig so”.
Die CDU-Politikerin begründet ihre Entscheidung damit, dass die Oper “teilweise neue Wege zwischen tradierten Opern- und Konzertaufführungen und zeitgemäßer Interpretation von Musiktheater und konzertanter Kunst gehen” müsse: „Perspektive Semper2030“ heißt der wenig kreative Slogan und wirft mehr Fragen auf, als er künstlerische Antworten erahnen lässt.
Auch was Kulturpolitik und vor allem -finanzierung angeht, mag es so viele Ansichten wie Betroffene geben, aber letztlich führten nicht nur nach Rom viele Wege. Die aus Frankfurt nach Dresden gekommene Illustratorin Joelle Vanderbeke, die der hiesigen Künstlerszene grundsätzlich „ein eher kooperatives und inklusives Klima“ bescheinigt, würde es etwa lieber sehen, wenn von der Lokalpolitik statt einzelner pointierter Förderaktionen, wie z.B. Palaissommer oder Kulturinseln, eine größere Zahl an Projekten, Künstlern oder Galerien unterstützt würde.
Grundsätzliche Fragen der Finanzierbarkeit als Folge der Corona-Pandemie werden in den kommenden Monaten immer öfter gestellt werden. Hoffen wir, dass dabei nicht nur gerechnet wird, sondern Lösungen gesucht werden für eine Kunst- und Kulturszene, die vielfältig bleibt und sich weiterentwickeln kann!
Ihre
Kerstin Leiße
Ressortleiterin DNN-Kulturredaktion
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