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DNN Kultur - Wo, bitte, geht's zum Zusammenhalt?

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Liebe Leserinnen und Leser,
die Bühnen werden wohl noch mindestens bis Ende Mai brachliegen. Für diese Prognose braucht es weder schamanischen Knochenwurf noch das Lesen im Kaffeesatz. Da haben es die Museen eindeutig besser. Seit ein paar Tagen dürfen sozusagen alle Dresdner Ausstellungshäuser wieder öffnen, mit vorsichtigem Blick auf das Infektionsgeschehen. Vor allem aber mit einem spürbaren Seufzer der Erleichterung.
Das spielt den Technischen Sammlungen Dresden bestens in die Karten. Dort kann die frisch gekürte Gewinnerriege des diesjährigen Hellerau Photography Award „Portraits“ bewundert werden. Aber auch über die Preisträger hinaus ist der Jahrgang 2021 ein besonderer, mit hervorragenden Bildgeschichten, ob sie nun an den Rändern der irischen Stadt Galway oder im Osten Deutschlands zu Hause sind. Das Thema „Togetherness“, das durchaus mit Zusammenhalt übersetzt werden kann, lässt dann auch die Frage aufschimmern, wo denn dieser Zusammenhalt geblieben ist, hier und heute, vor allem zwischen Oder und Elbe.
Anderer Schauplatz, andere Fragestellung: Im Japanischen Palais haben sich die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden eines komplexen Themas angenommen. In der Ausstellung „Sprachlosigkeit - Das laute Verstummen“ geht es um Traumata, die meist mit Gewalterfahrungen zu tun haben, und deren Verarbeitung. Die Schau trägt dabei zwar auch einen deutlich aktivistischen Charakter, dennoch kommt der Aspekt einer gewissen Heilung nicht zu kurz.
Stichwort Heilung: Vor mehr als einem Jahr endete die kulturelle Bespielung der Yenidze-Kuppel. Nun aber deutet alles auf eine Wiederbelebung des Ortes hin. Ab Oktober sollen dort wieder Tanz, Musik, Gesang und Performance zu erleben sein. Vorher wird via Crowdfunding für den Neustart noch etwas Geld gesammelt.
Bis zum Herbst dürfte sich vielleicht vieles, zumindest einiges geändert haben. Hoffentlich zum Besseren. Den Weg dahin pflastere ich an dieser Stelle mit einem Zitat Antonio Gramscis: „Was wir brauchen, ist Nüchternheit: einen Pessimismus des Verstandes, einen Optimismus des Willens.“
Ihr Torsten Klaus,
DNN-Kulturredakteur
Dresden und die Region

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