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DNN Kultur - Theiler kontert Thielemann oder Absurdes Musiktheater

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Liebe Leserinnen und Leser,
Nähe führt manchmal zu Reibung - und die dann zu kleinen Explosionen. Dieser physikalische Vorgang ist gerade mustergültig am Beispiel von Semperoper und Sächsischer Staatskapelle zu studieren. Chefdirigent Christian Thielemann warf in den DNN der Opernintendanz fehlende Anstrengungen vor, die Staatskapelle trotz Pandemie spielen zu lassen. Orchestervorstand Holger Grohs sekundierte: „Ein Intendant sollte im Rahmen dieser Maßgaben Kultur ermöglichen und nicht verhindern.“
Fünf Musiker der Staatskapelle hatten beim Arbeitsgericht in Dresden ihr Recht auf Arbeit per einstweiliger Verfügung einklagen wollen. Das Gericht wies das zurück. Die Berufungsverhandlung am Landesarbeitsgericht Chemnitz ist am 31. März geplant.
Der von Thielemann und Grohs gescholtene Semperoper-Intendant Peter Theiler ließ das jedoch nicht unbeantwortet. Er habe „Verantwortung für Leib und Leben meiner Mitarbeiter“, sagte er mit Blick auf die anhaltenden Corona-Auswirkungen in den DNN. Und in Richtung Thielemann: „In der Krise zeigt sich halt das wahre Gesicht der Loyalität.“ Absurdes Musiktheater.
Ein wenig absonderlich kamen immer auch Architektur-Debatten daher, die Dresden als Thema hatten. Der Wiederaufbau der Frauenkirche ist da nur das hervorstechendste. Der Däne Hans Christian Post stellt in seinem Dokumentarfilm „Wohin mit der Geschichte?“ dazu provokante Fragen. Gezeigt wird der Streifen am 14. Februar im Kulturtreff Johannstadt. Wer danach virtuell über das Gesehene reden will, mit dem Filmemacher selbst sowie mit dem Kunsthistoriker Tobias Strahl als Moderator, ist dazu herzlich eingeladen.
Zum Finale noch ein harter Genrewechsel, den mancher hier im Text Genannte gern als Weckruf interpretieren darf: Rammstein legt überraschend ein neues Album vor, die achte im Studio entstandene Platte. Sie ist ein ungeplanter Zusatz, ein aus den Umständen der Pandemie gewachsenes Extra.
Damit steht Rammstein natürlich nicht allein, aber stellvertretend für viele Künstler, die die Zwangspause kreativ nutzen. Wovor man nur den Hut ziehen kann.
Ihr Torsten Klaus
DNN-Kulturredakteur
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