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DNN Kultur - Kultur-Ritterschlag für die Clubs

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Liebe Leserinnen und Leser,
„Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“, sagt Hamlet im Shakespeare-Drama. Vergnügungsstätte oder Kulturstätte? Mit dieser Frage hatte sich der Bundestag zu beschäftigen, nachdem ein Antrag des Bauausschusses (!) eingereicht worden war, Clubs nicht mehr als Vergnügungsstätten à la Spielhalle, sondern als Kulturstätten wie Theater, Konzerthäuser oder Museen zu erachten – baurechtlich jedenfalls.
Manche mögen fremdeln mit der Zuordnung, aber wer einen erweiterten Kulturbegriff hat, freut sich mit der Clubszene, in der unisono Zustimmung, sogar leichter Jubel zu vernehmen ist. Die Entscheidung des Bundestages, die erfreulicherweise auch vom Dresdner Stadtrat begrüßt wird, hilft ungemein, was die Förderwürdigkeit von Projekten der Livemusik-Kultur angeht.
Noch eine gute Nachricht: Viele Kultureinrichtungen dürfen endlich wieder für Besucher öffnen. In Dresden jedenfalls, im Umland (noch) verzögert, aber vielleicht demnächst. Befragt werden die Inzidenzen. Das Prozedere bleibt kompliziert.
Hinsichtlich der gewohnten Öffnungszeiten erkundigt man sich besser vorher. Maskenpflicht? Klar. Negatives, tagesaktuelles und am Einlass vorzulegendes Testergebnis? Ebenfalls notwendig. Gleichwohl herrscht (noch) nicht generell eitel Sonnenschein im Kulturbetrieb, vor allem die Freie Szene sieht allenfalls einen Silberstreif am Horizont, was neue Projekte angeht. Aber bei allen Sorgen, geprobt und gearbeitet wird, wie in all den Monaten des Lockdowns, zum Beispiel auch beim Dresdner Verein „Villa Wigman“.
Sputen muss sich, wer noch einen Blick in die Ausstellung „1 Million Rosen für Angela Davis“ der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Lipsiusbau werfen will. Die junge afroamerikanische Kommunistin, die aufgrund ihrer politischen Aktivitäten und eines Terrorismus-Prozesses in den USA inhaftiert war, wurde 1972 auch dank einer beispiellosen Solidaritätsaktion der DDR freigesprochen und aus der Haft entlassen. Die Schau nimmt dies zwar als Aufhänger, geht aber weit darüber hinaus, kontextualisiert es und überträgt Davis’ Forderungen einer sozialistischen, antirassistischen Demokratie ins Heute. Coronabedingt war die Ausstellung lange geschlossen, nun ist sie nur noch am 28., 29. und 30. Mai zu sehen.
Es geht also wieder los mit der Kultur in Dresden. Freuen wir uns darüber und darauf!
Ihre
Kerstin Leiße
Ressortleiterin DNN-Kultur
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