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DNN Kultur - Genies auf dem Prüfstand

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Liebe Leserinnen und Leser,
manchmal wandelt sich Kompliziertes zu Einfachem, Probleme werden plötzlich fast simpel gelöst. Warum sollte das mit Blick auf Genies anders sein? Schließlich sind auch sie im Grunde ihres Herzens ganz normale Menschen.
Oder wie ließe sich sonst erklären, was spanische Forscher mit Blick auf Ludwig van Beethoven herausgefunden haben? Dessen schnelle Tempi, die schon so manchen Musiker in den Wahnsinn getrieben haben, sollen darauf zurückzuführen sein, dass der Komponist sein Metronom falsch abgelesen hat. Was wohl viele seiner Kollegen erleichtert aufseufzen lassen dürfte, die zwar bei weitem nicht Beethovens Klasse beim Komponieren haben, dafür aber sattelfest im Umgang mit dem kleinen Tempogeber sind.
Apropos Genie: Da hat Dresden mit August dem Starken ja einen Dauerbrenner am Start. Allerdings nicht im schöpferischen Sinn, mehr in der Sparte des kreativen Geldausgebens. Unter den zahlreichen Erwerbungen des Kurfürsten findet sich auch ein “barocker Kulturbeutel”. Was sich genau dahinter verbirgt, durfte Adina Rieckmann in Augenschein nehmen.
Ein Genie ist er vielleicht nicht, aber ein überaus einfallsreicher Autor: Franzobel, der österreichische Schriftsteller, der eigentlich Franz Stefan Griebl heißt. In Dresden war er 2020 Stadtschreiber und musste pandemiebedingt auf Publikumskontakt verzichten. Dafür stellte er an der Elbe seinen eben erschienenen jüngsten Roman fertig, „Die Eroberung Amerikas“. Es geht darin um nicht weniger als um die von einem Anwalt vorgetragenen Forderung, die gesamte USA an die indigenen Ureinwohner zurückzugeben…
Gut zu wissen, dass die Literatur anhaltend genug gute, manchmal sogar geniale Texte hervorbringt. Lesestoff dürfte noch eine ganze Weile ordentlich nachgefragt sein. Und die beste Nachricht: Fürs Lesen muss man kein Genie sein.
Ihr Torsten Klaus
DNN-Kulturredakteur
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