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DNN Kultur - Die mit den Hufen scharren

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Liebe Leserinnen und Leser,
man kann sich ungefähr ausmalen, wie groß die Sehnsucht nach Kultur ist, wenn man kurz nach Köln blickt. Dort darf das Museum Ludwig seit Montag wieder Besucher begrüßen, 73 für jeweils zwei Stunden. Gezeigt wird eine Ausstellung über Andy Warhol - und der Andrang ist schlicht überwältigend. Schon am Sonntag waren alle Tickets bis Mitte März vergriffen. Einen Tag zuvor brach der Server des Museums wegen der großen Kartennachfrage virtuell zusammen. Auch nicht gar so weit entfernt regt sich wieder Leben: So darf in Brandenburg das dortige Landesmuseum für moderne Kunst mit seinen Standorten in Cottbus und Frankfurt/Oder ab heute wieder öffnen.
In Dresden ist eine ähnliche Hoffnung zwar allenthalben spürbar - aber noch bleibt es beim bloßen Hufescharren der Museumsleute. Mit welchen möglichen Öffnungsterminen real zu rechnen ist, erzählt die Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch im Interview.
Auch wenn die Schulen im Freistaat ab 15. März alle wieder offen sein sollen, bleibt natürlich viel nachzuarbeiten. Damit das zumindest in Sachen Literatur nicht langweilig wird, bietet das Dresdner Theater Junge Generation eine Lesereihe an. Dabei geben Schauspieler persönliche Herangehensweisen an Texte preis, die in Sachsen Schullektüre sind, von Kästner bis Kafka. Natürlich digital, aber gleichfalls mit der klaren Aussicht, dass das bald live in den Klassenzimmern stattfinden kann.
Der Frauentag hat auch in diesem Jahr wieder Zeichen gesetzt, gespiegelt von gesellschaftlicher Ambivalenz. Denn trotz andauernder Bejahungen hat sich in den letzten Jahren, was strukturelle Gleichberechtigung oder den Gender Pay Gap angeht, eher wenig geändert. Dazu kommen weitere Probleme: „Der Feminismus, der sich gerade politisch abbildet, ist eher elitär orientiert“, sagt die Journalistin Teresa Bücker. Er verkaufe außerdem „das männliche Karrieremodell als das Erfolgsmodell“. Bücker jedoch will mehr: die geltenden Maßstäbe für Erwerbsarbeit ganz neu ausloten. Damit stellt sie auch die Systemfrage. Und zwar völlig zu Recht.
Und während wir nun weiter zwischen Impfschlamassel, versuchten Schnelltestkäufen, einem mutierenden Virus und der gerade deshalb verlockenden Aussicht auf den Frühling hin- und hergerissen sind, bleibt eine kurze Parole bestehen: durchhalten. Wir haben es schließlich bis hierher geschafft, bei allen Defiziten. Doch nun jede Vorsicht fahren zu lassen, wäre ein Schuss ins Knie.
Ihr Torsten Klaus,
DNN-Kulturredakteur
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